Horak Hamburg

Juli 14th, 2011 at 1:21 am

Wann lohnt sich der Dispo-Kredit?

in: Moos

Ein Dispositionskredit, kurz Dispokredit genannt, erlaubt es dem Kontoinhaber, sein Girokonto bis zu einem bestimmten Rahmen zu überziehen. Damit bietet der Dispo-Kredit eine gute Möglichkeit, um kurzfristig an Geld zu gelangen und zum Beispiel unvorhergesehene Rechnungen zu begleichen. Allerdings kommt die kurzfristige Finanzspritze den Kontoinhaber meist teuer zu stehen.

Fast jeder von uns hat ein eigenes Girokonto, viele haben auf ihrem Konto auch einen Dispositionskredit eingerichtet. So ein Dispo-Kredit ist einfach zu bekommen, da er im Gegensatz zu anderen Krediten nicht beantragt werden muss. Meist genügt es, einfach bei der Hausbank anzufragen. Sicherheiten sind im Vergleich zu herkömmlichen Krediten nicht erforderlich. Die Hausbank prüft lediglich die Höhe der monatlichen Geldeingänge auf dem Konto, bevor der Überziehungskredit gewährt wird. Häufig beträgt das Überziehungslimit zwei oder drei Monatsgehälter. Wer beispielsweise 2.000 Euro im Monat verdient, kann sein monatliches Dispo auf bis zu 6.000 Euro ausschöpfen.

Bis zu 17 Prozent Zinsen

Da der Kredit nicht langwierig beantragt werden muss, kann so ein Dispo schon ein praktisches Werkzeug sein, wenn man auf die Schnelle mal ein paar hundert Euro für ein neues Hochbett oder eine Waschmaschine benötigt. Oft erweist sich der Dispo-Kredit sogar als Retter in der Not, wenn zum Beispiel das Auto kaputt geht oder die Heizkostenabrechnung überraschend hoch ausfällt.

Allerdings lassen sich die Finanzinstitute den Dispo-Kredit teuer bezahlen. Dispo- und Überziehungszinsen im zweistelligen Bereich sind keine Seltenheit. Im Durchschnitt nehmen die deutschen Banken zwischen zwölf und 17 Prozent Zinsen für das Überziehen des Girokontos.
Bevor das Dispo beansprucht wird, raten Verbraucherschützer Bankkunden deshalb dazu, sich gründlich über die anfallenden Gebühren zu informieren. Die meisten Banken geben in ihren Filialen oder im Internet bereitwillig Auskunft über die Höhe der Überziehungszinsen. Auch auf dem Kontoauszug müssen die Konditionen beschrieben werden, wenn fällige Zinsbeträge abgebucht werden.

Finanzspritze für den Notfall

Verbraucherschützer raten aufgrund der hohen Zinsen dazu, den Dispositionskredit nur im Notfall in Anspruch zu nehmen, wenn man den überzogenen Betrag möglichst zeitnah wieder ausgleichen kann. Auf keinen Fall sollte der Dispo-Rahmen konstant und dauerhaft ausgeschöpft werden, da sonst der Schuldenberg mitunter rasend schnell anwächst. Kann der Kontoinhaber den Überziehungskredit über einen längeren Zeitraum hinweg nicht ausgleichen, dann kann die Bank sogar das Konto kündigen und ein Mahnverfahren gegen den säumigen Kreditnehmer einleiten. Das zieht im schlimmsten Fall nicht nur hohe Gerichtskosten nach sich, sondern bringt dem Schuldner meist auch einen negativen Eintrag bei der Schufa.

Umgehen lassen sich die hohen Zinsen leider nur, indem der Dispo-Kredit gekündigt wird. Empfohlen wird allerdings, den Dispo-Rahmen auf einen kleinen Betrag zu begrenzen, um für den Notfall ein Polster zu haben und dennoch nicht in Versuchung zu kommen, große Beträge auf Pump abzuheben.

 

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